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Über

16.03.1902 - 18.01.1962
Poet oder Heimatdichter, ein echter Einwohner von Themar.

Vielseitig interessiert, besonders an der Geschichte der Stadt und seiner Umgebung.

Durch ständiges Lesen von Veröffentlichungen in Büchern, Zeitschriften und Chroniken bis zum Mittel-alter eignete er sich ein umfangreiches Wissen über besondere Ereignisse, wie der Geschichte des Henneberger Landes, des Bauernkrieges, aber auch der Landeskunde mit ihren überlieferten historischen Bauten und sagenhaften Orten in Themar und Umgebung an.

Natur- und zeitverbunden, immer in gutem Kontakt mit einer Vielzahl von Einwohnern der Stadt – lustig und aufgeschlossen, ein guter Zecher, aber auch hilfsbereit, bis zum Übermaß war sein großes Vergnügen etwas aus dem Leben unsrer Bürger zu beobachten, aufzuschreiben, zu kommentieren und somit der Nachwelt zu überliefern.

Dabei gelang es ihm, sowohl in Reimen als auch in einer gewählten hochdeutschen Sprache einschließlich der Themarer Mundart eine Vielzahl von Gedich-ten, besonderen Ereignissen, historischen Volks- und kleinen Theaterstücken anzufertigen, die einen guten Einblick auch über das Leben der Bürger unserer Stadt in den Zwanziger- und den Nachkriegsjahren abgeben.

Immer war sein Auftreten mit viel Humor begleitet, und die von ihm verfassten Humoresken nahmen einen vorrangigen Platz in seinen Schaffen ein.

Es ist nicht möglich, alle noch vorhandenen oder über-lieferten Blätter aufzulisten. Einige, die besonders in Themar beliebt waren und noch sind, wie

- „Das Hüt´s Gedicht“ – bu´s Hüt´s git …

- „ Der Spitznamen – Club“ (Die „Bessere“)

- „Reingefallen“

- „Leckere Nachspeise“ ( „Garnierter Kartoffelzerlot“)

- „Auf Saujagd“

- „Die Überraschung“

sollen beispielhaft genannt werden.

Sein Themarer Heimatlied „Laßt uns singen frohe Weisen ...“ ist von Herrn Oskar Stapf vertont, und öfters vom Gesangsverein bei festlichen Anläsen vorgetragen worden. Es wurde vielmals an die in anderen Landen wohnenden ehemaligen Themarer in Gedenken an die Heimat verschickt.

Als Mundart – Gedichte sind u. a. vorhanden:

- „Themar, die Perle des Werratals“

- „ Der Feldstein bei Themar“

- „Lenz und Frühling“

- „Beim Uhrmacher“ („Perpendikel“)

- „Er nimmt´s genau“

- Verwechslung“

- „A´Kraftprotz“

- „Brandblöas´le“

Zu den historischen und sagenhaften Abhandlungen gehören u. a.

- „Der tönerne Fund“

- „Kloster Vera und Trostadt“

- „Der verschwundene Berg“

- „Die Seestadt Themar“ und

- „Germelshausen“

An größeren Werken liegen vor:

- „Der Bergsturz am eingefallenen Berg bei Themar …“

ein Theaterstück in die Akten, es wurde anlässlich der

650 – Jahrfeier der Stadt Themar im Jahre 1953 auf

der Naturbühne am Iltenberg aufgeführt.

- „Gründlich kuriert …“

Lustspiel in einem Akt

.-„ Der verlotterte Virtuose“

ein eigenartiger, spannender Liebesroman aus der Zeit des Bauernkrieges mit historischem Einschlag

- „Verrat“

historisches Schauspiel in fünf Akten, das Stück spielt um 1525 und behandelt den Aufstand und die Niederwerfung der von der Kirche und Adel unterdrückten Volksschichten der Grafschaft Henneberg und dem Bistum Würzburg

- „Mick ist an allen schuld“

ein heiteres Bühnenstück in einem Akt

- „Helga Rühl´s Leiden und Liebe“

Originalroman

- „Unerwartetes Glück“

Originalroman

- „Der Sieg des Herzens“

Originalroman

- „Mach doch kein Theater“

Lustspiel in zwei Akten

Immer war Hugo Walther bereit, zu besonderen Anlässen – zum Karneval, zu persönlichen Jubiläen, zu kollektiven Veranstaltungen usw. – treffende Beiträge, Glückwünsche und Kommentare anzufertigen, die meist von der Rosa Engelmann vorgetragen, immer ein Höhepunkt schufen. Dazu sind etwa 150 Unterhaltungsbeiträge und Gratulationsentwürfe vorhanden.

Man sollte sich erinnern, wie er längere Zeit in der Themarer Zeitung der Druckerei Christel, als Pseudonym „Benjamin von Öldenberg“ und „Frau Rauschen“ (laut Chronik Themar von 2003 auch Theo Nachtigall) lustige und kritische Beiträge lieferte, die manche Unzulänglichkeiten der Bewohner und der Stadtverwaltung zum Βesten gaben. Nur ganz wenige Themarer wussten, wer „dahinter steckt“!

Handwerker und Mittelbauern hat er namentlich mit ihren typischen Verhaltensweisen und kleinen Sünden aufgelistet, sie zugleich liebevoll in die Geschichte der Stadt eingeordnet und ihnen eine bleibende Erinnerung geschaffen.

Hugo Walther ist nicht reich geworden. Er hat alle Höhen und Tiefen der Vor- und Nachkriegsgeschichte mit allen persönlichen Konsequenzen auskosten müssen. Eine materielle Anerkennung seiner Werke wurde ihm trotz Angebote an verschiedenen Verlagen nicht zuteil.

In der Zeit der totalen Wirtschaftskrise musste er mit einer kleinen Unterstützung und Hilfsarbeiten im Wald und bei der Kommune seine Familie kärglich unter-halten.

Fragt man sich, wann und wie er die vielen Werke ersonnen und aufgeschrieben hat?

Es wird erzählt, wie er als äußerst tüchtiger Schuhmacher bei der Arbeit – beginnend bei der Fa. Blau in Themar – meist ein Stück Papier und einen Bleistift bei der Hand hatte, seine Einfälle aufschrieb.

Insbesondere die längeren Stücke ließ es bei dem damaligen Rektor der Grundschule (Bürgerschule)– Herrn Stapf – auf die Richtigkeit im „Deutsch“ überprüfen.

Bei der Einordnung seiner Beiträge zum Leben der Bürger in Themar und der Geschichte seiner Umgebung sollte man zur künstlerischen Wertigkeit nicht allzu-streng urteilen. Manches wurde von den Verlagen als gut befunden – anderes sollte man dem unendlichen Fleiß und seinem Mut zugute halten.

Wie wäre es möglich, einen vollen Einblick in seinen vielen kleinen Gedichten und Beschreibungen erhalten? ein Versuch bleibt unvollständig als Nachtrag und ungeordnet:

- „Im Wiesental am Waldessaum“

- „Ein Sonntagsmorgen“

- „Stadtidyll“

- „Die Überraschung“

- „Lebensweisheit“

- „Naturfrevel“

- „Werdendes Leben“

- „Mein Oberhof“

- „Im Waldhof“ (gewidmet am 05.10.1955 seinen Freund Cocek)

- „Themar – 650 Jahrfeier (ein hübsches Gedicht)

- „Mein Thüringer Mädel“

- „Stimmt an und singt aus voller Brust …“

- „Im Hotel zum Grünen Baum“

- „“Hundstage“

- „Verjüngungskur“

- „Das Bügeleisenlied“

- „Si petite …“

- „Schneegestöber“ (Oberhofer Schnaderhüpferl …)

- „Ich ruf Dich“

- „Im Strandhotel zum Blauen Hecht“

- „Ich geh so einsam durch´s Leben „

Es könnte sein, dass einige von den jüngeren Bürgern unserer Stadt fragen: „Wer war eigentlich der Hugo Walther?“

Wer es wissen möchte:

- Er wurde am 16.03.1902 in Harras bei Hildburghausen geboren.

- Bei Pflegeeltern wuchs er bis zum 14. Lebensjahr in Zeilfeld auf (Er war schon sehr früh Waise) und besuchte dort die Volkshochschule. Am 12. März 1916 wurde er in Zeilfeld konfirmiert.

- Anschließend nahm er eine Lehre das Schuhmacher im Handwerksbetrieb Emil Blau auf. (von 1916 - 1919)

- In diesem Betrieb arbeitete er mehrere Jahre als Facharbeiter

- mit 20 Jahren eröffnete er 1922 am Schuhmarkt 8 in der oberen Etage eine Werkstatt

- Ein von ihm 1924 eröffnetes kleines Schuhgeschäft (Schulstraße 8) konnte in der schweren Zeit der Wirtschaftskrise nicht aufrechterhalten werden

- Längere Zeit musste er mit seiner Familie mit einer kargen Arbeitslosenunterstützung auskommen.

- Er war verheiratet mit Erna Walther, geborene Wehner aus Themar, sie verstarb 1959 im Krankenhaus in Hildburghausen

- Kinder: Vera Abeßer, geb. Walther und Harald Walther

- Hugo Walther hat mehrere Jahre sogenannte Notstandsarbeiten verrichten müssen (Kabelverlegung, Pflasterarbeiten in der Bahnhofstraße, Waldarbeiten und dergleichen)

- Längere Zeit – insbesondere nach dem Tod seiner Frau – verbrachte er in Heilanstalten in den Orten Schmalkalden, Römhild und Sonneberg. Er war an Tuberkulose erkrankt.

- Ende 1961 verabschiedete er sich noch von seinen engsten Freunden und verstarb (am 18.01.1962) kurz darauf in seiner damaligen Wohnung in der Bahnhofstraße 5 in Themar. Beerdigt wurde er im kirchlichen Friedhof im Grab seiner Frau in Themar. Das Grab wurde zwischenzeitlich eingeebnet.

… dies schrieb im vorgerückten Alter

der Schwiegersohn von Hugo Walther (Traugott Abeßer)

Anmerkung: Ich habe mir erlaubt zwei kleine Fehler zu korrigieren. Diese hatten sich meinem Großvater beim Verfassen des Textes angeschlichen. Robert Koch

Fotos

Heimatlied

Text: Hugo Walther, Musik: Oskar Stapf

Vo´n Fortschritt

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